Rathaus Niedernhausen

Unsere VErwaltung

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Hallo Niedernhausen!

Jaouad Sbai: Ihr Ansprechpartner für die Kita Niederseelbach

 

In der Serie "Hallo Niedernhausen!" möchten wir Ihnen einige unserer Kolleginnen und Kollegen vorstellen - damit man mal ein Gesicht zum Namen hat! Seit September 2025 leitet Jaouad Sbai die Kita Niederseelbach. 

Ein Genie beherrscht das Chaos? Wir haben uns mit Jaouad Sbai darüber unterhalten, welche Qualitäten man als Kita-Leiter mitbringen muss, wie seine pädagogische Vision aussieht und wie sein Weg nach Niederseelbach verlief. Wir haben auch über das „onboarding“ gesprochen – wie war es, bei der Gemeinde Niedernhausen als Arbeitgeber „anzukommen“?

 

Sie leiten die Kindertagesstätte Niederseelbach nun seit einigen Monaten. Wie haben Sie Ihre Anfangszeit erlebt und was hat Sie an Ihrer neuen Aufgabe besonders begeistert?

Jaouad Sbai: Ehrlicherweise musste ich mich zu Beginn erst einmal neu einarbeiten – insbesondere was die Gemeinde als Träger betrifft. Es gab viele neue Wege und Abläufe zu lernen. Das war intensiv, aber absolut positiv: Ich habe für jedes Thema klare Ansprechpartner, die in ihrem Bereich genau das nötige Fachwissen mitbringen.

Die echte Begeisterung kam dann durch das Machen. Ich war viel im Gruppendienst unterwegs und durfte ein Team erleben, das fachlich stark ist und weiß, was zu tun ist. Der schönste Teil meiner ersten Monate war die Erfahrung, Aufgaben wirklich abgeben zu können und echte Zusammenarbeit zu leben. Denn genau das macht unsere Kita aus: Sie ist ein echtes Team.

 

Beruf oder Berufung: Wie und warum wird man Erzieher?

J. S.: Keine leichte Frage… ich glaube, das beantwortet jeder anders. Mein Weg war zumindest so nicht geplant. Ich wollte eigentlich in die Medienbranche gehen, war allerdings nie der ‚klassische Vorzeigeschüler‘. Zur Überbrückung habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden. Gegen Ende dieser Zeit merkte ich, wie viel Spaß mir die direkte Arbeit mit den Kindern macht und dass mir das Ganze einfach liegt.

Daraufhin habe ich mich an einer Fachschule beworben, die fünfjährige Ausbildung absolviert und währenddessen beschlossen, noch das Studium der Sozialen Arbeit dranzuhängen.

Während des Studiums habe ich erst als Fachkraft und später als stellvertretende Leitung in einer fünfgruppigen Einrichtung in Frankfurt gearbeitet. Da ich noch einen Schritt weitergehen wollte, übernahm ich die Leitung einer kleinen Elterninitiative in Rüsselsheim. Dort merkte ich jedoch schnell, dass ich noch mehr Herausforderung suchte, und wechselte in die vollstationäre Kinder- und Jugendhilfe. Das war eine unglaublich spannende Zeit – allerdings mit eigenem Nachwuchs im Anmarsch nicht mehr dauerhaft mit dem Familienleben vereinbar. Während der Orientierungsphase hat mich die kommissarische Leitung der Kita ‚Schatzinsel‘ auf die freie Position in Niedernhausen aufmerksam gemacht. Gesagt, getan – und hier bin ich! 😊  

 

Wie haben Sie Ihren Einstieg bei der Gemeinde Niedernhausen erlebt? Gab es etwas, das Ihnen den Start besonders erleichtert hat oder Sie positiv überrascht hat?

J. S.: Prinzipiell merke ich, dass die Gemeinde Niedernhausen sehr viel für die Mitarbeitergewinnung tut – und ebenso viel Zeit und Ressourcen investiert, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu halten. Während unserer verkürzten Öffnungszeiten haben wir viele Fachkräfte gesucht. Manche Träger sagen in so einer Situation einfach: ‚Hier ist Frau oder Herr XY, das passt jetzt so.‘ Das ist jedoch kontraproduktiv – vor allem, wenn persönliche Faktoren oder die fachliche Ausrichtung gar nicht zur Einrichtung und zum Team passen. Am Ende leiden die Kinder unter der Fluktuation, die es in diesem Bereich ohnehin schon zuhauf gibt. Meiner Erfahrung nach wird hier in Niedernhausen genau darauf geachtet, wie die Leitung den ‚Fit‘ für die Einrichtung einschätzt – und diese Rückmeldung wird ernst genommen. Das hilft enorm dabei, ein stabiles, gutes und professionelles Team aufzubauen und zu halten.

Besonders begeistert hat mich außerdem der Zusammenhalt. Der kollegiale Zusammenhalt innerhalb unserer Einrichtung, aber auch trägerübergreifend – von den anderen Kitas über die Fachdienst- und Fachbereichsleitung bis hin zur Bürgermeisterin – war unglaublich hilfreich, um weiterhin qualitative Arbeit zu gewährleisten. Natürlich war ich auch in der glücklichen Lage, mit Frau Luckas eine sehr erfahrene und hervorragende Erzieherin sowie stellvertretende Leitung an meiner Seite zu wissen.

 

 

Ein Haus, ein Team aus Fachkräften – und eine „Riesenhorde“ Kinder: Eine Kita zu leiten bedeutet, täglich viele unterschiedliche Aufgaben unter einen Hut zu bringen – von der pädagogischen Arbeit bis zur Organisation. Was macht für Sie den Reiz dieser abwechslungsreichen Aufgabe aus und welche Herausforderungen gehören dazu?

J. S.: Das Genie beherrscht das Chaos, heißt es doch so schön! 😊

Man kann den Tag zwar prinzipiell wunderbar planen, ihn aber selten genauso umsetzen. Krankheitsfälle, kleine Unfälle, spontane Gespräche oder einfach das Anpacken im Raum: Alles muss flexibel gemanagt werden. Wenn Fachkräfte fehlen, springt man selbst im Gruppendienst ein und arbeitet die eigentliche Organisation im Nachgang ab. Manches lässt sich zwar auf den nächsten Tag verschieben, aber eben nicht ewig.

Neben den offensichtlichen Aufgaben wie Personalführung, der Gewährleistung der Aufsichtspflicht und dem Gruppendienst gehört noch vieles mehr dazu: die Vorbereitung der wöchentlichen Teamsitzungen, die Weiterentwicklung der Konzeption und des Prozessordners sowie das Einarbeiten in neue Fachthemen, die wir im Team vertiefen wollen. Parallel läuft bereits die vorausschauende Jahresplanung für 2027 – von den Neuaufnahmen über die Gruppenverteilung bis hin zur Stammdatenpflege.

Gleichzeitig muss man im täglichen Alltagsgeschäft den Überblick behalten: Mängel im Haus oder Garten aufnehmen und weiterleiten oder die klassische Elternarbeit – sei es das Vorbereiten von Elternabenden, das Beschwerdemanagement oder regelmäßige Infos, um alle auf dem Laufenden zu halten. Das klingt im ersten Moment vielleicht banal, ist aber ein absolut wesentlicher Baustein, um unseren Kita-Alltag verlässlich aufrechtzuerhalten.

 

Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, seine Stärken und Bedürfnisse mit. Was ist Ihnen in der pädagogischen Arbeit besonders wichtig und wie kann es gelingen, jedes Kind möglichst gut zu begleiten und zu fördern?

J. S.: Zeit und Freiraum! Pädagogisches Personal braucht Zeit, um sich Kindern individuell zuwenden zu können, und Kinder brauchen Freiraum, um sich persönlich zu entfalten. Ich glaube, viele Kolleginnen und Kollegen haben den Satz schon häufig gehört, gelesen oder gesagt: ‚Kinder sind die Akteure ihrer eigenen Entwicklung.‘ Das stimmt! Das funktioniert allerdings nur, solange das Personal die passenden Rahmenbedingungen hat und die Leitung diese auch schafft.

Denn gute Begleitung bedeutet für mich, das Kind in seiner Ganzheit zu sehen: Jedes Verhalten hat einen Grund, und jedes Kind bringt sein eigenes Tempo mit. Unsere Aufgabe ist es, einen sicheren Hafen zu bieten, aus dem heraus sie die Welt in ihrem Rhythmus entdecken können.

 

Kaffee oder Tee – womit beginnt Ihr idealer Arbeitstag?

J. S.: Idealerweise bereits mit Kaffee! Nachdem wir alles vorbereitet und abgelegt haben und halbwegs angekommen sind, ist ein Kaffee der perfekte Start in den Tag – auch wenn ich es meistens gar nicht schaffe, ihn auszutrinken. 😊

In der Regel belasse ich es aber bei der einen Tasse. Die einzige Ausnahme sind lange Arbeitstage, da kann es im Büro auch mal ein zweiter Kaffee sein.

 

Wenn Sie an die kommenden Monate blicken: Welche Ziele oder Ideen möchten Sie gemeinsam mit Ihrem Team in der Kita Niederseelbach umsetzen?

J. S.: Da gibt es viel! Wichtig ist aber, sich nicht zu verzetteln. Von Inklusion bis Partizipation stehen viele wertvolle Themen im Raum. Aber alles auf einmal umsetzen wollen, führt nur zu Chaos – und auch wenn das Genie das Chaos beherrscht, muss man es ja nicht provozieren! 😊

Entwicklung und Ziele sind glücklicherweise kein starrer Fahrplan, sondern ein fortlaufender Prozess. Der Fokus liegt jetzt erst einmal darauf an, Schritt für Schritt das eigene Profil weiterzuentwickeln und Themen die aufkommen durchdacht umzusetzen…

Solche Veränderungen wachsen organisch aus der täglichen Praxis heraus. Denn Haltung und pädagogische Konzepte lassen sich nicht einfach verordnen – sie entstehen dort, wo sie Tag für Tag gemeinsam gelebt werden.