Klimaschutz und Hitzeschutz
Kommunale Wärmeplanung
Hessen soll bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Grundlage ist das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ (Wärmeplanungsgesetz, WPG). Zu diesem Prozess trägt auch die kommunale Wärmeplanung (KWP) bei. Dies ist ein Beratungsangebot der hessischen Landesenergieagentur (LEA). Die KWP zeigt, welche lokalen Wärmequellen zum Heizen zur Verfügung stehen. Die KWP kann allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihr Haus und dessen Heizung modernisieren wollen, als Planungsgrundlage dienen. Informationen für interessierte Bürgerinnen und Bürger gibt es hier:
Klimaschutzkonzept
Nachdem das mit Bundesmitteln geförderte Klimaschutzkonzept der Gemeinde aus dem Jahr 2014 in die Jahre gekommen war, wurde das Klimaschutzkonzept aktualisiert und am 8. Mai 2024 durch die Gemeindevertretung neu beschlossen.
Das Klimaschutzkonzept analysiert zunächst die Ist-Situation in Niedernhausen und erstellt hieraus eine Energiebilanz und eine Bilanz zu den Treibhausgas (THG)-Emissionen für das Basisjahr 2021. Grundlage ist das sog. Territorialprinzip, das alle Emissionen auf dem Gebiet der Gemeinde auch Niedernhausen zuordnet – unabhängig davon, ob die Gemeinde hierauf Einfluss hat oder nicht. Hieraus werden dann Potenziale zur Senkung der THG-Emissionen für Niedernhausen abgeleitet, die für alle relevanten Handlungsfelder detaillierter dargestellt werden.
Anschließend werden verschiedene Szenarien entwickelt, wie der Energieverbrauch in Niedernhausen zukünftig gesenkt und gedeckt werden könnte. Das Klimaschutzkonzept schließt dann mit einem Maßnahmenkatalog ab und zeigt auf, wie die Umsetzung und die zugehörige öffentliche Kommunikation organisiert werden könnte.

Hitzeschutz
Gut durch heiße Tage kommen – Tipps zum Hitzeschutz
Die Sommer werden heißer – das merken viele von uns schon seit einigen Jahren. Hitzewellen treten häufiger auf, dauern länger an und können den Alltag erheblich belasten. Auch für die kommenden Jahre rechnen Fachleute mit weiteren heißen und teilweise extrem heißen Sommern.
Während sonniges Wetter oft als angenehm empfunden wird, kann anhaltende Hitze schnell zur gesundheitlichen Belastung werden. Deshalb möchte die Gemeinde Niedernhausen einige Informationen und praktische Tipps zum Umgang mit hohen Temperaturen weitergeben.
Für wen kann Hitze besonders belastend werden?
Grundsätzlich spürt jeder Mensch die Auswirkungen großer Hitze. Einige Personengruppen sind jedoch besonders gefährdet:
- Menschen ab 65 Jahren, besonders ältere Menschen, die allein leben oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sowie pflegebedürftige Personen
- Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder
- Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen
- Menschen, die im Freien oder körperlich schwer arbeiten
- Menschen in besonderen Lebenslagen, beispielsweise wohnungslose Menschen oder Personen mit Suchterkrankungen
Gerade bei diesen Personengruppen lohnt es sich, an heißen Tagen besonders aufmerksam zu sein.
Was macht Hitze mit unserem Körper?
Unser Körper verfügt über verschiedene Mechanismen, um sich selbst zu kühlen. Bei großer oder länger anhaltender Hitze können diese jedoch an ihre Grenzen stoßen. Die Folge können Kreislaufprobleme, Flüssigkeitsmangel oder andere gesundheitliche Beschwerden sein.
Zu den möglichen Folgen zählen unter anderem:
- Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel)
- Hitzeerschöpfung bis zum Sonnenstich oder Hitzschlag und Hitzekollaps
Besonders Menschen mit Vorerkrankungen können stärker betroffen sein. Zusätzlich können erhöhte Ozonwerte die Belastung für den Körper verstärken. Die tägliche Ozonvorhersage für Hessen wird jeweils am Nachmittag eines jeden Tages veröffentlicht. [Wo?]
Warnsignale ernst nehmen
Wenn der Körper unter der Hitze leidet, macht er sich meist bemerkbar. Häufige Anzeichen sind:
- Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
- Schwindel und Kreislaufbeschwerden
- Allgemeines Unwohlsein
- Benommenheit oder Verwirrtheit
- Erhöhte Körpertemperatur, trockene und heiße Haut
In schweren Fällen kann es sogar zu Bewusstlosigkeit kommen. Dann sollte umgehend medizinische Hilfe verständigt werden.
Was hilft an heißen Tagen?
Oft sind es schon kleine Maßnahmen, die einen großen Unterschied machen können.
Ausreichend trinken
Der Körper verliert bei Hitze viel Flüssigkeit. Deshalb ist regelmäßiges Trinken besonders wichtig. Wasser und ungesüßte Tees sind dafür am besten geeignet. Alkohol sowie stark zuckerhaltige Getränke können den Körper zusätzlich belasten.
Auf den Mineralstoffhaushalt achten
Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Brühen oder normal salzige Speisen können helfen, diese Verluste auszugleichen.
Leicht essen
An heißen Tagen fühlen sich viele Menschen mit leichter Kost wohler als mit schweren oder sehr fettreichen Mahlzeiten.
Schatten und kühle Orte nutzen
Wenn möglich, verbringen Sie die heißesten Stunden des Tages an einem schattigen oder kühlen Ort. Schon wenige Grad weniger können eine spürbare Entlastung für den Körper bedeuten.
Aktivitäten verlegen
Wer Gartenarbeit, Sport oder andere anstrengende Tätigkeiten plant, fährt meist gut damit, diese in die frühen Morgen- oder Abendstunden zu legen.
Sonnenschutz nicht vergessen
Leichte Kleidung, eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel helfen dabei, die direkte Sonneneinstrahlung besser zu vertragen.
Die Wohnung kühl halten
Viele Menschen kennen den Tipp bereits: Nachts und frühmorgens lüften, tagsüber Fenster geschlossen halten und Räume möglichst abdunkeln. So bleibt die Hitze länger draußen.
Für Abkühlung sorgen
Kühle Fuß- oder Armbäder, feuchte Tücher oder ein Wasserzerstäuber können an besonders heißen Tagen sehr wohltuend sein.
Medikamente im Blick behalten
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt – beispielsweise gegen Bluthochdruck, zur Entwässerung oder Insulin – sollte bei längeren Hitzeperioden mit seiner behandelnden Ärztin oder seinem behandelnden Arzt sprechen. Wichtig ist außerdem die richtige Lagerung der Medikamente, da viele Präparate nicht dauerhaft Temperaturen über 25 °C ausgesetzt werden sollten.
Unterstützung und Hilfe
Wer Fragen rund um das Thema Hitze hat oder Unterstützung benötigt, kann sich an das Hitzetelefon des Gesundheitsamtes wenden:
06124 510-9679
In medizinischen Notfällen gilt selbstverständlich: Bitte sofort den Rettungsdienst unter 112 alarmieren.
Aufeinander achten
Gerade während einer Hitzewelle kann ein kurzer Anruf, ein Besuch oder die Nachfrage bei älteren Nachbarinnen und Nachbarn viel bewirken. Manchmal reicht schon die einfache Frage „Geht es Ihnen gut?“ oder das Angebot, Getränke mitzubringen.
Wenn wir auf uns selbst und aufeinander achten, kommen wir gemeinsam besser durch die heißen Tage.
Nützliche Links:
Hitze-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes
Wetter-Warn-App des Deutschen Wetterdienstes
Warn-App "Nina" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Kathastrophenhilfe
Hitzeschutz-Portal des Rheingau-Taunus-Kreises
Portal "Klima - Mensch - Gesundheit"
