In der Serie "Hallo Niedernhausen!" möchten wir Ihnen einige unserer Kolleginnen und Kollegen im Rathaus vorstellen - damit man mal ein Gesicht zum Namen hat!
Die studierte Geographin Hannah Fischer brennt für den Klimaschutz – seit Anfang des Jahres ist sie in Niedernhausen Klimaschutzmanagerin. Als Teil des Fachdienstes III/1 „Gemeindeentwicklung“ arbeitet Hannah Fischer an allen Themen und Maßnahmen rund um Wärme, Kälte und alles dazwischen!
Sie sind jetzt schon ein paar Monate Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Niedernhausen tätig. Wie sind Ihre ersten Eindrücke und welche Themen beschäftigen Sie aktuell besonders?
Hannah Fischer: Seit dem 1. März 2026 bin ich als Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Niedernhausen tätig. In den vergangenen fünf Monaten habe ich viele engagierte Menschen kennengelernt und mir über die bisherigen Aktivitäten der Gemeinde zum Klimaschutz einen Überblick verschafft. Mein erster Eindruck ist sehr positiv: In Niedernhausen wurde in den vergangenen Jahren bereits einiges für den Klimaschutz auf den Weg gebracht –durch den Ausbau von Photovoltaikanlagen, Förderprogramme für Solaranlagen, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung oder den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Gleichzeitig gibt es noch viele Themen, an denen wir weiterarbeiten können.
Zunächst habe ich mich in den Stand des kommunalen Klimaschutzes eingearbeitet. Dazu kommt die kommunale Wärmeplanung sowie die Erstellung einer aktuellen Treibhausgasbilanz, die eine wichtige Grundlage für weitere Maßnahmen bildet. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist außerdem die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, denn Klimaschutz kann nur gemeinsam gelingen. Die vergangenen heißen Wochen haben zudem gezeigt, wie wichtig neben dem Klimaschutz auch die Klimaanpassung ist. Deshalb beschäftigt mich derzeit auch intensiv das Thema Hitzeschutz und die Frage, wie wir Niedernhausen besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten können.
Beruf oder Berufung? Wie wird man Klimaschutzmanagerin, und was gefällt Ihnen besonders an dieser Aufgabe?
HF: Mein Weg zur Klimaschutzmanagerin begann mit meinem Studium der Physischen Geographie. Mich hat besonders die Vielfalt der Themen begeistert, die dieses Fach verbindet – von natürlichen Prozessen über Umweltfragen bis hin zu den Auswirkungen menschlichen Handelns auf unsere Lebensräume.
Nach dem Studium war für mich klar, dass ich in einem Bereich arbeiten möchte, in dem ich aktiv etwas bewirken kann. Deshalb wollte ich beruflich im Umwelt- und Klimaschutz tätig werden. Dass mein Weg dabei in den öffentlichen Dienst und speziell in die kommunale Verwaltung geführt hat, war zunächst eher ein Zufall – im Nachhinein passt diese Aufgabe aber sehr gut zu meinen Vorstellungen.
Besonders gefällt mir an meiner Arbeit die Möglichkeit, konkrete Veränderungen anzustoßen und gemeinsam mit anderen etwas Positives für die Zukunft zu erreichen. Gleichzeitig ist Klimaschutz eine sehr abwechslungsreiche Aufgabe, denn er betrifft viele verschiedene Bereiche – von Energie und Mobilität über Gebäude bis hin zu Stadtentwicklung und gesellschaftlichem Engagement. Gerade diese Vielfalt macht die Arbeit als Klimaschutzmanagerin für mich besonders spannend.
Viele Menschen verbinden Klimaschutz vor allem mit Entscheidungen auf internationaler, Bundes- oder Landesebene. Warum muss eine Gemeinde wie Niedernhausen vor Ort „Klimaschutz machen“?
HF: Internationale Abkommen sowie die Politik von Bund und Land setzen wichtige Ziele und schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Umgesetzt werden viele Maßnahmen jedoch auf kommunaler Ebene – also genau dort, wo die Menschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Deshalb haben Städte und Gemeinden eine entscheidende Rolle: Dort wird Wandel aktiv gestaltet und die Zukunftsfähigkeit der Kommunen gesichert.
Die Gemeinde ist dabei die direkte Ansprechpartnerin für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen, Vereine, Religionsgemeinschaften und viele weitere gesellschaftliche Akteure. Durch diese Nähe kennt sie die Bedürfnisse, Herausforderungen und Potenziale vor Ort besonders gut und kann passende Lösungen entwickeln.
Gerade die Bürgerinnen und Bürger spielen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle. In Niedernhausen entfallen – abgesehen vom überregionalen Verkehr – die größten Treibhausgasemissionen auf den Bereich der privaten Haushalte. Deshalb ist es wichtig, den Menschen Hilfestellungen und Unterstützung für klimafreundlichen Entscheidungen zu geben. Gleichzeitig kann die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass Klimaschutz im Alltag möglich ist. Davon profitieren nicht nur Klima und Umwelt, sondern auch die lokale Wirtschaft, denn viele Klimaschutzmaßnahmen stärken die regionale Wertschöpfung.
Was bedeutet kommunaler Klimaschutz konkret für die Bürgerinnen und Bürger? Welche Maßnahmen können den Alltag der Menschen in Niedernhausen positiv beeinflussen?
HF: Ein wichtiges Beispiel für kommunalen Klimaschutz ist die kommunale Wärmeplanung, für die derzeit verschiedene Vorarbeiten laufen. Sie soll den Bürgerinnen und Bürgern Orientierung und Planungssicherheit geben, wenn es um die zukünftige Wärmeversorgung ihrer Gebäude geht.
Darüber hinaus tragen erneuerbare Energien dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energien wie Öl und Gas zu verringern. Das stärkt langfristig die Versorgungssicherheit und kann sich auch finanziell positiv auswirken. Auch im Bereich Mobilität profitieren die Menschen vor Ort: Mit der schrittweisen Umsetzung des Radwegekonzepts sollen sichere und besser vernetzte Wege entstehen, die das Fahrrad als Verkehrsmittel attraktiver machen.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist Information und Beratung. Wer weiß, welche Möglichkeiten es gibt und welche Förder- oder Beratungsangebote genutzt werden können, kann leichter selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Kommunaler Klimaschutz kann zudem auch der Gemeinde selbst zugutekommen. Einnahmen, etwa aus der Beteiligung an Windenergieanlagen oder der Verpachtung kommunaler Dächer für Photovoltaikanlagen, können wieder in Projekte vor Ort investiert werden und kommen damit letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern zugute.
Nicht zuletzt bedeutet Klimaschutz auch, unsere Lebensqualität langfristig zu sichern! Jede vermiedene Treibhausgasemission trägt dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Vor Ort heißt das zum Beispiel, uns besser vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmungen und zunehmender Hitze zu schützen. Damit ist Klimaschutz immer auch eine Investition in die Zukunft, in ein sichereres Leben für alle Generationen.
Wenn Sie Wünsche für die Zukunft des Klimaschutzes in Niedernhausen frei hätten – was müssten wir in den nächsten 3 Jahren umsetzen?
HF: Ich würde mir vor allem wünschen, dass wir die Bürgerinnen und Bürger noch stärker bei der Umsetzung eigener Klimaschutzmaßnahmen unterstützen können. Förderprogramme für energetische Sanierungen, den Ausbau erneuerbarer Energien oder weitere klimafreundliche Investitionen können einen wichtigen Anreiz schaffen und dabei helfen, notwendige Maßnahmen schneller umzusetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt sollte auf der energetischen Sanierung des Gebäudebestands liegen. Gerade Wohngebäude bieten großes Potenzial, Energie einzusparen und den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren. Wenn es gelingt, die Sanierungsrate in den kommenden Jahren spürbar zu erhöhen, wäre das ein wichtiger Schritt für den kommunalen Klimaschutz.
Außerdem wünsche ich mir, dass die geplanten Windenergieanlagen realisiert werden und der Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt weiter voranschreitet. Gleichzeitig sollten wir die Elektrifizierung in den Bereichen Wärme und Mobilität beschleunigen – etwa durch den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen. Entscheidend ist dabei, dass der zusätzliche Strombedarf möglichst aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird. Nur so können wir Klimaschutz, Versorgungssicherheit und langfristig auch wirtschaftliche Vorteile sinnvoll miteinander verbinden.
Klimaschutz ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Wie können sich Bürgerinnen und Bürger, Vereine oder Unternehmen in Niedernhausen einbringen und die Gemeinde auf diesem Weg unterstützen?
HF: Klimaschutz kann nur gelingen, wenn möglichst viele Menschen mitmachen. Die gute Nachricht ist: Jeder Beitrag zählt! Bürgerinnen und Bürger können bereits mit kleinen Veränderungen im Alltag einen Unterschied machen – etwa indem sie Energie sparen, ihre Gebäude energetisch sanieren, klimafreundliche Verkehrsmittel nutzen oder ihren Konsum bewusster gestalten. Viele einzelne Maßnahmen ergeben gemeinsam eine große Wirkung.
Auch Vereine können einen wichtigen Beitrag leisten. Sie erreichen viele Menschen und können Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthemen in ihre Arbeit integrieren – sei es durch ressourcenschonende Veranstaltungen, einen bewussten Umgang mit Energie oder indem sie ihre Mitglieder für das Thema sensibilisieren. So werden sie zu wichtigen Multiplikatoren innerhalb der Gemeinde.
Unternehmen haben ebenfalls vielfältige Möglichkeiten, den Klimaschutz voranzubringen. Ein systematisches Energiemanagement hilft dabei, Einsparpotenziale zu erkennen und Kosten zu senken. Gleichzeitig können Betriebe ihre Mitarbeitenden mit Angeboten wie einem JobRad oder JobTicket dabei unterstützen, klimafreundlich zur Arbeit zu kommen.
Mir ist wichtig, den Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen in Niedernhausen weiterzuentwickeln. Deshalb freue ich mich jederzeit über Anregungen und Ideen aus der Bürgerschaft, von Vereinen oder Unternehmen. Wer eine gute Idee hat oder sich engagieren möchte, kann sich gerne an mich wenden.

Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden: Auch ein Kernthema für Klimaschutzmanagerin Hannah Fischer!
Welche Möglichkeiten gibt es für die Menschen in Niedernhausen, mit der Klimaschutzmanagerin bei Fragen und Anliegen ins Gespräch zu kommen?
HF: Ich freue mich über den Austausch mit den Menschen in Niedernhausen und stehe für Fragen, Anregungen und Ideen rund um den Klimaschutz gerne zur Verfügung. Sie erreichen mich telefonisch unter 06127 / 903-214 oder per E-Mail an hannah.fischer@niedernhausen.de.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, während der Sprechzeiten der Verwaltung persönlich mit mir ins Gespräch zu kommen. Mein Büro befindet sich im Rathaus in Raum 023. Darüber hinaus werde ich bei zukünftigen Veranstaltungen zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung vor Ort sein und freue mich darauf, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Klimaschutz lebt vom Austausch und von gemeinsamen Ideen – deshalb sind alle herzlich eingeladen, sich einzubringen!

